Die., 6. Jan.r 2009

Skiberg Haunold in Innichen - Hochpustertal:
Rückblick ...

 

50 Jahre Liftanlagen am Haunold in Innichen: 1956-2006

Wo soll man denn hier skifahren?

Am 6. Jänner 1956 wurde in Innichen am Haunold der erste Einmann-Sessellift eröffnet. Ausgerechnet in diesem Winter fehlte der Schnee. An ein Skifahren war überhaupt nicht zu denken. Die zur Eröffnung eingeladenen Vertreter deutscher Reiseveranstalter wunderten sich aber auch über die Tatsache, dass zwar ein Sessellift gebaut worden ist, allerdings keine Piste ins Tal führte. Wo sollte man denn skifahren? Die Innichner begründeten dies damit, dass zuerst einmal die Gäste kommen sollen und man dann schon eine Piste anlegen wird!

Schon im Winter 1948 gab es in Innichen eine erste Aufstiegshilfe. Damals zogen man mittels einer Winde einen Schlitten am Sonnenhang bis unterhalb des Bauernhofes Pircher und später weiter westlich bis zum Innichberger Hof Gutmann. Im Schlitten wurden je Fahrt bis zu 15 Personen transportiert, die dann den Hang hinunterfahren konnten. Der Widerstand der Bauern, die Mist auf den Schnee streuten, und die Sonneneinstrahlung sorgten dafür, dass nach einem neuen Standort Ausschau gehalten wurde.

Die Innichner Wirte, allen voran Franz Ortner vom Parkhotel Sonnenparadies, Josef Kühebacher vom Hotel Weißes Rössl, Karl Wachtler vom Hotel Post und Alfredo Benincasa vom Hotel Grauer Bär waren die Pioniere bei der Realisierung des Sesselliftes. Diese vier Betriebe finanzierten durch freiwillige Zahlungen an die Kurverwaltung Innichen knapp ein Drittel der 33,5 Millionen Lire teuren Anlage. 15 Millionen Lire erhielt die Kurverwaltung als Verlustbeitrag von der Region Trentino-Südtirol, der Rest wurde von den anderen Innichner Beherbergungsbetrieben und den Kaufleuten finanziert.

In Betrieb gehen sollte der Sessellift um Weihnachten 1955, da man viele Gäste und Sportler erwartete, die vor oder während der VII. Olympischen Winterspiele (vom 26. Jänner bis 5. Februar 1956 in Cortina d’Ampezzo) ein billigeres Quartier in der näheren Umgebung suchten. Aus diesem Grund bauten einige örtliche Beherbergungsbetriebe sogar eine Zentralheizung ein. Die Erwartungen wurden aufgrund des Schneemangels und der viel geringeren Anzahl an interessierten Besuchern nicht erfüllt.

Trotz dieses schwierigen Starts wurde am Haunold kräftig investiert. Mit der Eröffnung des Sesselliftes wurde neben der Bergstation auch eine Hütte errichtet, an deren Stelle 1981 die noch heute bestehende Haunoldhütte trat. Die Verbreiterung der Holzriese und die Anlegung einer Weide unterhalb der Bergstation ermöglichten es den Sportbegeisterten, ohne größere Schwierigkeiten ins Tal zu fahren. Weitere Skilifte und die dazugehörenden Pisten erhöhten in den folgenden Jahrzehnten das Angebot des Skigebietes unterhalb des Haunolds.

Vor allem der Bau des Doppelsesselliftes im Jahre 1978, die Errichtung der Kompaktschneeanlage in den achtziger Jahren und die 1995 konstruierte kuppelbare Vier-Personen-Sesselbahn erhöhten die Attraktivität des ortsnahen Skigebietes. Die im Sommer 2003 erstmals aufgestellte Funbob-Bahn vervielfachte die Fahrten in der warmen Jahreszeit.

Heute beschäftigt die Haunold AG sechs Jahresangestellte. Dazu kommen im Winter 15 und im Sommer fünf Saisonsarbeiter. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2004-2005 insgesamt 1.815.000,00 Euro. Mit der Sesselbahn wurden im Sommer 2005 115.795 (+ 66.431 Talfahrten mit dem Funbob) und im Winter 2004/05 621.506 Fahrten erzielt.

Herbert Watschinger

Im Sommer 2003 konnte nach langer Planungs- und Genehmigungsphase die erste Sommerrodelbahn in Südtirol eröffnet werden. Die Sommerrodelbahn half kräftig mit, das Ski- und Wandergebiet Haunold aufzuwerten und das Freizeitangebot in Innichen zu erweitern. Aufgrund der jährlich ca. 65.000 Fahrten hat sich der Fun-Bob als eine vielbesuchte Sommerattraktion im Hochpustertal etabliert. Stolz konnte man im Sommer 2006 den 250.000sten Fun-Bob-Fahrer mit einem Familien-Saisons-Skipass für das Skizentrum Hochpustertal prämieren.

Auch in Zukunft werden wir alles daran setzen unseren Gästen ein breitegefächertes Sommer- und Winterangebot bieten zu können.

 

Schneewerte
Tal:  70cm
Berg:  120 cm

Skizentrum Hochpustertal

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